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Ingwer – scharfe Wurzel

22. Juni 2009

Mit dem gestiegenen Interesse an Asien, Ayurveda und orientalischer Küche ist eine unscheinbare Wurzel als Küchengewürz ins Blickfeld gerückt: Ingwer. Zingiber officinale, wie die Pflanze lateinisch genannt wird, stammt aus Südostasien und wird seit der Antike in der asiatischen wie indischen traditionellen Medizin und als schmackhaftes Gewürz in der Küche verwendet.

Heutzutage wird Ingwer auch beispielsweise in Brasilien und Afrika angebaut, mit etwas Glück kann man die dekorative Pflanze mit den schilfartigen langen schmalen Blättern und gelben Blüten auch in einem Blumentopf auf dem heimischen Balkon selbst aus einem Wurzelspross ziehen.

Die frische Wurzel ist knollig und verzweigt. Sie hat eine hellbraune Rinde, das Mark ist hellgelblich. Die Ingwerwurzel ist reich an ätherischen Ölen. Sie verleihen dem Ingwer einen leicht zitrusartigen Duft, eine brennende Schärfe und Heilkräfte. Die so genannten Gingerole, harzige Bestandteile, erzeugen den scharfen Geschmack.

Ingwer stärkt das Immunsystem und hilft bei Übelkeit, die von verschiedenen Ursachen herrührt. So kann Ingwer beispielsweise bei Schwangerschaftsübelkeit eingesetzt werden, zählt zu den am besten wirkenden Mitteln gegen Seekrankheit oder Übelkeit beim Autofahren (Reisekrankheit) und hilft sogar gegen Schwindelgefühle.

Im Fernen Osten schätzt man Geschmack und Heilkraft der Ingwerwurzel schon seit mehr als 3.000 Jahren. Die Wunderknolle enthält nicht nämlich nicht nur leckere Geschmacksstoffe, sondern ist reich an Mineralien und Vitaminen.

Die Traditionelle Chinesische Medizin (TCM) rechnet Ingwer dem Element Metall zu und nutzt ebenfalls seine wärmenden Eigenschaften. Er soll Lungen- und Dickdarmmeridian sowie das Nieren-Yang stärken.

Dank seiner kreislaufstimulierenden, wärmenden Wirkung und dem positiven Einfluss auf das Nieren-Yang wird ihm außerdem eine aphrodisierende Wirkung zugeschrieben. Kein Wunder, denn in der TCM wird die Nierenenergie als für ein gutes Sexualleben außerordentlich wichtig angesehen. Ingwerbonbons oder kandierte Ingwerstückchen sind also nichts für Kinder, sondern eine spezielle Leckerei für Erwachsene.

In der klassischen indischen Medizin, dem Ayurveda, wurde und wird die Ingwerwurzel als verdauungsförderndes Mittel zur Stärkung von ‚Agni’, dem Verdauungsfeuer, genauso benutzt wie als kreislaufstärkendes Mittel. Als schleimlösende Medizin wurde er gegen Erkältungskrankheiten eingesetzt, außerdem als entzündungshemmendes Fieber- und Schmerzmittel.

Aber auch in Europa ist Ingwer schon lange für seine heilenden und geschmacklichen Qualitäten bekannt: Im 16. Jahrhundert wusste etwa Michel de Nostradamus, der provençalische Apotheker und Arzt, berühmt geworden durch seine Prophezeiungen, die Ingwerwurzel zu schätzen: Als Aphrodisiakum wegen ihrer ‚hitzigen’ Eigenschaften, zur Frauenheilkunde und als köstliche Küchenwürze, z.B. Ingwerwasser als Glasur für gegrilltes Huhn, setzte Nostradamus den Ingwer ein.

Nicht zu vergessen ist der bedeutende Anteil des Ingwers am Geschmack der asiatischen und indischen Küche. Wer Sushi, die japanischen Reishäppchen mit frischem Fisch, Meeresfrüchten oder Gemüse liebt, wird eingelegten Ingwer kennen. Frischer Ingwer wird in hauchdünne Scheiben gehobelt und süßlich-sauer eingelegt. Dieser ‚Gari’ wird zwischen den unterschiedlichen Sushi-Häppchen gegessen, um den Geschmack zu neutralisieren.

In der indischen Küche findet Ingwer Verwendung als Teegewürz und verleiht zahlreichen Gemüsegerichten den rechten Pfiff, ob in Currymischungen oder als schmackhafte Pickles mit zahlreichen anderen Gewürzen eingelegt.

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Categories: Essen & Trinken Tags: gelesen: 1820 · heute: 2 · zuletzt: 23. Oktober 2014
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