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Muttersöhnchen – Kann das gut gehen?

28. Juni 2009

„Die höchste und tiefste Liebe ist die Mutterliebe“, schrieb einst der Philosoph Ludwig Feuerbach. Eine gute Beziehung zwischen Eltern und ihren Kindern ist fürwahr wichtig für deren weiteres Gedeihen. Doch misslingt der Abnabelungsprozess, ergibt das massive Probleme in den späteren Partnerschaften. Frauen kommen mit Muttersöhnchen einfach nicht zurecht.

Männer erwarten in der Ehe zu viel Fürsorge

In Italien messen angeblich nicht wenige Männer die Qualitäten ihrer Frauen an ihren Müttern. Nicht selten werfen italienische Männer ihren Frauen bei der Scheidung vor, nicht wie ihre Mama zu sein. Grund ist wohl unter anderem, dass den meisten Männern – in Italien und auch überall sonst – in ihren Ehen und Partnerschaften ganz einfach das Umsorgtsein fehlt. Zwanzig Jahre oder mehr waren sie es gewohnt, von ihrer Mutter bekocht zu werden, von ihr die Wäsche gewaschen zu bekommen und wenn sie krank waren, wurden sie gepflegt. Die Frau von heute ist jedoch berufstätig, kümmert sich zudem auch noch um die Kinder und findet oft für ausgiebiges Kochen, regelmäßiges Waschen und zeitgerechtes Bügeln seiner Lieblingshemden, geschweige denn Mitleidhaben mit dem armen vor sich hin schnupfenden Ehemann, einfach keine Zeit. Mann muss plötzlich selbständig werden. Weigert er sich und orientiert sich weiterhin an der Mutter, lässt sich von ihr warme Suppe ans eheliche Bett bringen, gibt ihr die Lieblingshose zum Nähen mit und zwingt die Familie an den sonntäglichen Mittagstisch bei Mama, dann reagieren viele Frauen wohl nicht zu Unrecht mit Ärger. „Muttersöhnchen“ wird kein Mann gerne geschimpft und mit dem Begriff „Muttersohn“ ist eigentlich die extreme Form der Abhängigkeit des Sohnes von der Mutter gemeint. Dieser Sohn bleibt Zeit seines Lebens bei seiner Mutter wohnen und verbringt auch die meiste Zeit mit ihr. Solche Männer haben meist überhaupt keine Partnerschaften und bleiben der Frauenwelt somit erspart. Die abgeschwächte Form des Muttersohnes ist somit die viel „gefährlichere“. Starke Bindungen zwischen Mutter und Sohn stellen einfach für deren Frauen eine immense psychische Belastung dar. Wenn nur Mutters Essen gelobt wird und Termine dauernd nach dem Terminkalender der Mutter orientiert sind, sich die Ehefrau laufend ihrer Schwiegermutter gegenüber zurückgestellt fühlt, ist die Partnerschaft in hoher Gefahr.

Mögliche Gründe und Ursachen

Einer der Gründe, wieso Söhne sich oft nicht genügend von ihren Müttern ablösen, ist Psychologen zufolge das schlechte Gewissen. Mütter haben ihr halbes Leben für ihre Söhne „geopfert“ und ihnen alle Wünsche erfüllt. Nun ist es an dem Sohn, sich zu revanchieren und es ihr recht zu machen. Bei manchen könnte auch der fehlende oder sich aus welchem Grunde auch immer im Hintergrund haltende Familienvater Ursache der verstärkten Bindung zwischen Mutter und Sohn sein. Fehlt die väterliche Autorität, so kann Experten zufolge keine Freiheit geschaffen werden, die den Söhnen den Weg ins Leben außerhalb der Familie zeigt.

Wandel der Zeit

Welcher der vielen komplexen Gründe auch immer für die starke Bindung zwischen Mutter und Sohn und die fehlende Ablösung schuld sein mag, es wird sich vielleicht in den nächsten Jahrzehnten ändern. Kinder, die heutzutage mit einer berufstätigen Mutter aufwachsen, sind das laufende Umsorgtsein von Kindesbeinen an nicht so sehr gewohnt und somit selbständiger.
Den Muttersöhnen von heute jedoch sei eines mit auf den Weg gegeben: Wenn ihnen ihre Partnerschaft wichtig ist, so sollten sie das gute Verhältnis zu ihrer Mutter beibehalten, sich aber eindeutig abgrenzen und ihr eigenständiges Leben führen.

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Categories: Familie, Freundschaft & Liebe Tags: gelesen: 2730 · heute: 2 · zuletzt: 21. Oktober 2014
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