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Altersvorsorge: Viele Produkte überteuert

21. August 2009

DieDeutschen haben die Zeichen der Zeit erkannt und sorgen in zunehmendem Maße für das Alter vor. Immerhin stehen ihnen dafür mit der gesetzlichen, der betrieblichen und der privaten Altersvorsorge drei Durchführungswege offen. So lobenswert die Akzeptanz des Unvermeidlichen auch ist, so sehr wird auch Geld für überteuerte Finanzprodukte verschwendet. Banken und Versicherungen denken bei der Beratung gerne an die eigene Provision – zulasten ihrer Kunden.

Ein klassisches Beispiel ist die Kapitallebensversicherung, die noch immer zu den beliebtesten Anlageformen in Deutschland gehört. Das Argument der Banken: Vermögensaufbau und Absicherung der Hinterbliebenen können „aus einer Hand“ abgedeckt werden. Der Nachteil für den Kunden: Die Rendite der Police wird durch Provisionen und andere versteckte Kosten gemindert.

Kombinierte Finanzprodukte sind meist unvorteilhaft. Besser ist es, die Hinterbliebenen mit einer Risikolebensversicherung abzusichern und den Vermögensaufbau separat vorzunehmen. Dies muss entgegen der Darstellung vieler Banken und Versicherungen nicht immer über Lebens- und Rentenversicherung geschehen. Auch die Einzahlung in einen Fonds über einen Sparplan kann zum Ziel führen – zu besseren Konditionen.

Durch die Änderung steuerlicher Regelungen im Jahr 2005 sind klassische Lebens- und Rentenversicherungen ohnehin nicht mehr so attraktiv wie früher. In der Einzahlungsphase sind nur noch Beiträge zu Riester- oder Rürup-Verträgen abzugsfähig. Die Erträge der Police werden nach Auszahlung der Hälfte des persönlichen Steuersatzes besteuert – die Steuerfreiheit nach 12 Jahren Vertragslaufzeit wurde ebenfalls zum 01.01.2005 abgeschafft.

Das Preis-Leistungsverhältnis von Lebens- und Rentenversicherungen ist nüchtern betrachtet schlecht. Der gesetzliche Garantiezins ist in den vergangenen Jahren stark gesunken und beträgt derzeit nur noch 2,25 Prozent. Er bezieht sich nur auf die Mittel, die der Lebensversicherer tatsächlich anlegt  – Verwaltungskosten und Provisionen sind nicht berücksichtigt.

Eine solche Verzinsung lässt sich jederzeit mit Tagesgeld und Festgeldern erwirtschaften, für die keine Kosten anfallen. Das zeigt ein aktueller Tagesgeld-Vergleich. Darüber hinaus müssen Vertragsinhaber mit großen Verlusten rechnen, wenn sie vorzeitig aus ihrem Vertrag aussteigen wollen – bei rund der Hälfte aller in Deutschland abgeschlossenen Policen ist dies der Fall.

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