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Heilungsmethoden im Mittelalter

7. Juni 2009

In der Zeit vom 5. bis zum 16. Jahrhundert gestaltete sich das Leben beschwerlich und hart. Vor allem aber die damaligen Krankheitsepidemien bescherten dem Volk Qualen und merzten ganze Landstriche aus. Die Medizin steckte noch in Kinderschuhen, Aberglaube und Glaube beherrschten den Behandlungsvorgang.

Heilungsmethoden

Heutzutage völlig unvorstellbar, wurden Epileptiker in etwa mit der Einnahme eines Kuchens behandelt, der aus dem Fuß einer weiblichen Gans, dem Schnabel einer weiblichen Ente und getrocknetem Maulwurfsblut bestand. Diese Zutaten wurden angeblich pulverisiert und drei Tage lang auf einen frischen Maulwurfshügel gelegt. Nachdem das Pulver gefroren war, sollte es in der Sonne getrocknet und mit Weizenmehl und Leber zu einem Kuchen geformt werden.
Amputationen wurden mit siedendem Öl behandelt, bei Hautkrankheiten und Entzündungen wurden u.a. Arsenik, Schwefel und Quecksilber gereicht. Fenchelwasser kam bei Spulwürmern zum Einsatz und auf Brandwunden gab man eine Salbe aus Schweineschmalz, Wacholder und Ei. Bei Knochenbrüchen formte man bereits eine Art Gips mithilfe von in Eiweiß getränkten Leintüchern.

Apotheker und vielfältige Aufgaben der Spitäler

Apotheker verkauften im Spätmittelalter neben Arzneien auch exotische Weine, teure Gewürze, Konfekt, kostbares Papier und viele weitere Luxusartikel. Allerdings verdienten sie sich damit keine goldene Nase, da die Konkurrenz in Form von Kräutersammlern, Wunderdoktoren und herumreisenden Händlern zu groß war.
Die kirchlich geführten Spitäler der damaligen Zeit hatten neben der Pflege der Alten und Kranken auch die Aufnahme, Speisung und Bekleidung der Armen, Beherbergung der Fremden und die Bestattung der Toten zur Aufgabe.

Lepra, Cholera und Pestepidemien

Die Verzweiflung der Menschen damals muss unendlich gewesen sein. Ansteckende Krankheiten mit schrecklichen Begleiterscheinungen ließen sie tage-, wochen- oder sogar monatelang dahinsiechen, bis sie der gnädige Tod erlöste. So war der Aussatz, auch Lepra genannt, eine bakterielle Infektionskrankheit, die Haut und Nervenstränge angriff. Die Krankheit galt als ansteckend, verstümmelnd und erblich. Mediziner rieten von kühlenden und austrocknenden Speisen und „schlechter“ Luft ab und verordneten Badekuren. Doch eine wirklich wirksame Therapie gab es nicht. Erst ab 1400 wurde man dieser Krankheit – vorwiegend durch die Isolierung der Erkrankten – Herr. Weitere Seuchen kamen wie das Fleckfieber, das durch Läuse übertragen wurde und meist während Kriegszeiten aufgetreten war und die Cholera, die durch Durchfälle und heftigem Erbrechen zum Tod durch Austrocknung führte. Eine weitere schwere Erkrankung namens „Antoniusfeuer“ wiederum wurde durch einen sehr giftigen Pilz in der Roggenähre ausgelöst. Diese Vergiftung hatte oft den Verlust der Extremitäten zur Folge. Man behandelte sie u.a. mit Steinstaub, Wagenschmiere, Pech und Oster- und Pfingsttau. Erst 1630 fand ein belgischer Arzt die Ursache für das Antoniusfeuer heraus. Besonders schlimm waren natürlich die Pestepidemien, die im 14. Jahrhundert ganz Europa in Angst und Schrecken versetzten. Ein Drittel der gesamten Bevölkerung Europas fiel der großen Pestepidemie von 1347 bis 1351 zum Opfer: Etwa 25 Millionen Menschen. Als Ursache vermutete man damals Schwärme von unsichtbaren Insekten, giftige Dämpfe und Veränderungen in der Luft. Auch wurden die Juden als angebliche Brunnenvergifter beschuldigt. Die Pest trat in drei Formen auf: Zum einen als Lungenpest, zum anderen als Beulenpest und Pestsepsis. Die Wunden wurden mit Essig, Schwefel, Rauch und Parfum (!) desinfiziert. Blut und Eiter wurden zum Abfließen gebracht, unzählige Heilige wurden um Hilfe angefleht.
Schlussendlich war aber die Isolation der Erkrankten das einzig wirksame Mittel gegen die weitere Verbreitung dieser furchtbaren Seuche.

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