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Vom Vitamin B zum Networking

17. Juni 2009

Heute schon genetworked (bzw. netgeworked)? Nein? sollten Sie aber. Die Zeit der Einzelkämpfer ist vorbei. Was früher Vitamin B hieß und etwas leicht Anrüchiges besaß, nennt sich heute Networking und ist ein Muss. Das Internet macht es leicht, virtuelle Ersatzfamilien zu bilden und ein engmaschiges Netz aus Beziehungen zu knüpfen. Das Zauberwort heißt Community.

Eine Community beruht auf gleichen Interessen, Vorlieben und Abneigungen. Im Gegensatz zum Vitamin B von früher geht es bei Communities eher selten um Geschäftliches – wobei es durchaus einige gibt, bei der das gemeinsame, verbindende Interesse eben gerade in der Anbahnung von Geschäftskontakten besteht.

openBC ist so eine Gemeinschaft. Ein offener Business Club, bei dem jeder kostenlos sein Profil online stellen kann. Rubriken wie Suche, Biete, vorherige Firmen, Interessen und viele weitere bilden die Basis für ein ausgeklügeltes Such-System, das in vollem Umfang allerdings nur Premium-Mitgliedern zur Verfügung steht. Aber auch ohne Premium-Mitgliedschaft, die etwas über 5 Euro monatlich beträgt, hat man hier die Möglichkeit interessante Menschen kennen zu lernen. Ob ehemalige Kollegen, Schulfreunde oder – man staunt, wie klein die Welt ist. Aus rund 50 eigenen Kontakten können schnell, durch die Suche über mehrere Ecken, “Kontakte meiner Kontakte” genannt, mehr als 3.000 Kontakte werden.

Diese bleiben allerdings wirklich virtuell, wenn sie nicht, wie in der wirklichen Welt gepflegt werden. Durch regelmäßige Textbeiträge in den unterschiedlichen Foren der Gemeinschaft oder durch regelmäßigen Austausch von E-Mails.

Ähnlich ist es bei Flickr, der Online-Bilderschau, bei der man mit einem Klick den Hobby-Fotografen, dessen Bilder man besonders ansprechend findet, zu seinen Kontakten hinzufügen kann. Das Problem dabei: Die Flut der Bilder wächst so schnell, dass man kaum noch Zeit findet hinzuschauen. Und wer will all die Kontakte pflegen, die man aus einer Laune heraus schnell mal per Mausklick zum eigenen Konto hinzufügt? Das virtuelle Leben, wenn man es denn ernst nimmt, droht das wirkliche zu verschlingen.

Qype hingegen will beides miteinander versöhnen. Wer kein echtes Leben vorzuweisen hat, kann bei dieser Gemeinschaft auch keinen echten Beitrag leisten. Denn Qype gibt Tipps für das wirkliche Leben. Wo kann man in Hamburg gut und günstig Fisch essen, wo ist der beste Secondhand-Laden für Kinderkleidung in München, welche Berliner Bar hat besonders freundliche Bedienungen? Natürlich sind es eher die Großstädte, die ergiebige Ausbeute an Ratschlägen versprechen, doch auch für Gescher, Egling oder Kierspe findet man Hinweise. Und das, obwohl Qype über das Betaversions-Stadium noch nicht hinausgekommen ist.

Die Stichworte mit den meisten Eintragungen sind übrigens: Cafe, Bar, Essen, Restaurant, Kneipe, Pizza. Eben das wirkliche Leben, in dem man sich nicht nur chattenderweise vor dem Bildschirm trifft, sondern Auge in Auge gegenübersitzt.

Die Lieblingsorte im Internet teilt man via Social Bookmarks, zum Beispiel mit einem kostenlosen Konto bei del.icio.us. Auch hier kann man sich ein eigenes Netz aufbauen, beziehungsweise ein Network aus Links, Contacts und Tags. Schließlich ist die Sprache der Communities meist Denglish.

Wem das alles zu virtuell ist, der besinnt sich vielleicht auf die Anfänge des Networkings und ruft mal wieder ein paar alte Freunde an, die er (oder sie) lange nicht gesehen hat. Ganz nach dem Motto: Jedes Netz beginnt mit dem ersten Knoten.

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