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Schöne neue Fernsehwelt mit DVB-T?

22. Juni 2009 Keine Kommentare

Mit DVB-T soll alles besser werden. Aber was versteckt sich hinter der Abkürzung? Ist DVB-T wirklich das neue Überallfernsehen? Hat mein alter Fernseher ausgedient? Muss ich jetzt mehr Gebühren zahlen? Und kann nicht einfach alles bleiben wie es war? Der Artikel gibt Antworten auf diese und andere Fragen.

Zunächst einmal zum Begriff selber: DVB ist das Kürzel für Digital Video Broadcasting, also Digitale Fernsehausstrahlung. Das -T dahinter steht für terrestrisch. Terrestrischer Empfang bedeutet nichts weiter, als dass die Ausstrahlung über Funktürme erfolgt und der Empfang über eine Zimmer- oder Hausantenne. Daneben gibt es auch noch die Sendestandards DVB-S (via Satellit), DVB-C (für Kabelempfang) oder DVB-H (für mobile Geräte wie Handys).

Was bringt mir DVB-T?

Der zunächst wichtigste und einleuchtendste Punkt ist wohl die neue Programmvielfalt. Durch die Umstellung von analoger auf digitale Ausstrahlung können über die vorhandenen Übertragungskanäle statt einer Hand voll Sender über 20 ausgestrahlt werden. Bedingung für den einwandfreien Empfang ist ein Zusatzgerät, eine so genannte Set-Top-Box, die von allen namhaften Herstellern angeboten wird – schon ab 70 Euro ist der Sprung in die digitale Fernsehwelt möglich. Dieses kleine Gerät wird zwischen Antenne und Fernseher geschaltet und decodiert die digitalen Signale für auch für ältere TV-Geräte. Mehr Programme sind schön.

Gibt’s sonst noch was?

Bei DVB-T werden nicht nur Bild und Ton übertragen, auch zusätzliche Informationen finden noch Platz. Dadurch kann zum Beispiel ein elektronischer Programmführer (EPG = Electronic Programme Guide) empfangen werden, der die Fernsehzeitschrift überflüssig macht. In Zukunft sollen auch Spiele und andere interaktive Dienste über DVB-T möglich sein, so dass der Zuschauer aus seiner bisherigen passiven Rolle in eine aktive wechseln kann.

Ein weiterer Vorteil von DVB-T ist die Tatsache, dass sich jeder moderne PC zu einem Fernseher mit digitalem Videorekorder aufrüsten lässt. Dazu reicht schon ein günstiger DVB-T USB-Stick. Je nach Ausstattung und Zusatzsoftware verwandelt man seinen PC so in einen Fernseher mit digitalem Videorekorder und kann seine Lieblingssendung einfach aufzeichnen und Werbung problemlos aus Spielfilmen herausschneiden. Viele moderne Computer haben auch schon eine TV-Karte für DVB-T-Empfang eingebaut.

Kann ich nicht einfach weiter analog fernsehen?

Das analoge terrestrische Fernsehen hat in den letzten Jahren gegenüber dem Kabel- und Satellitenfernsehen immer mehr an Boden verloren: zu wenig Programme, zu wenig Möglichkeiten. Mit DVB-T wird terrestrisches Fernsehen wieder zu einer attraktiven Alternative. Für das analoge Fernsehen bedeutet das allerdings das Aus. In den nächsten Jahren werden immer mehr analoge Sender abgestellt werden – auch, um Übertragungsfrequenzen für immer mehr digitale Sender freizugeben. Denn das Frequenzspektrum reicht nicht aus, um analog und digital zugleich in vergleichbarer Qualität zu senden. Darum wird das digitale terrestrische Fernsehen das analoge Schritt für Schritt ablösen.

Fazit:

Die Zukunft des Fernsehens ist digital – (fast) überall Momentan ist DVB-T noch nicht in ganz Deutschland in ausreichender Signalstärke zu empfangen. In Ballungsräumen und Großstädten reicht meist eine kleine Zimmer- oder Stabantenne, in Randgebieten hingegen ist eine Dachantenne erforderlich. Und einige weiße Flecken auf der Sendekarte gibt es auch noch. Doch auf lange Sicht führt kein Weg an DVB-T vorbei, wenn man eine Alternative zu Kabel- oder Satellitenfernsehen sucht. Und beim mobilen Empfang unterwegs ist das digitale (fast) Überallfernsehen mit seinen neuen Möglichkeiten wirklich ungeschlagen.

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