Home > Wellness & Beauty > Parfum – magische Verführung, die Leidenschaft weckt

Parfum – magische Verführung, die Leidenschaft weckt

25. September 2009

Unser Geruchsinn erfasst etwa 10.000 verschiedene Gerüche, und kann diese – einmal erfasst – auch nicht mehr vergessen. Düfte wecken Erinnerungen in uns und lösen so Gefühle aus. Ob die ätherischen Spuren nun positive oder negative Eindrücke in uns erwecken, hängt natürlich von den persönlichen Erfahrungen ab, die wir mit einem Geruch verbinden.

Das Wort Parfum stammt aus dem lateinischen und bedeutet „per“ = durch und „fumum“ = Rauch oder Dampf – was aus der Verwendung von Räucherstoffen abgeleitet wurde. Es gibt Belege die zeigen, dass bereits unsere Vorfahren vor 4000 bis 7000 Jahren Parfum herstellten. Ob Räucherstäbchen, Aromaöl oder Parfum – das Prinzip ist jeweils, dass die Aromastoffe sich verflüchtigen und gemischt und verdünnt mit Luft unsere Nase und unsere Sinne betören.

Woraus besteht Parfum? In erster Linie aus hochprozentigem Alkohol – und, je nach Qualität, aus 20–30 % flüssigem Gemisch von Duftstoffen, die sowohl natürlicher als auch künstlicher Art sein können. Man unterteilt den Parfumduft in Kopf-, Herz- und Basisnote. Die Kopfnote ist der Geruch, den man bei einem Parfum zuerst wahrnimmt. Dafür werden leicht flüchtige Öle verwendet, z.B. Zitrone. Bei der Herznote (auch Bouquet genannt) können alle Blütenöle eingearbeitet werden. Sie ist nach dem Abklingen der Kopfnote zu erkennen und für den Charakter des Parfums entscheidend. Die Basisnote – der Fond – besteht aus Essenzen von Wurzeln, Moosen, Hölzern und Balsamen. Dieser Duft fixiert die Mischung und kommt erst später zum Ausdruck. Zusätzlich gibt es noch Gewürznoten, die ausschließlich aus Gewürz- und Kräuterölen stammen.

Die Grundzutaten für ein Parfum kann man sogar im eigenen Garten finden, z. B. Moos oder Baumrinde. Aus den Rohstoffen werden Essenzen gewonnen. Da sich aus fast allem Geruchsessenzen herstellen lassen und es zahlreiche Kombinationsmöglichkeiten gibt, ist die Zahl möglicher Varianten für ein neues Parfum unendlich. Hauptstadt der Parfumherstellung die französische Stadt Grasse, seit dem Mittelalter in diesem Chambre etabliert. Als wertvollste natürliche Parfum-Düfte werden Moschus und Amber gehandelt. Obwohl sie mittlerweile auch synthetisch hergestellt werden können, enthalten Luxusparfums noch heute die natürlichen Essenzen. Auch Rosen- und Irisöl sind sehr teuer, da Tonnen von Blüten gebraucht werden, um nur einen Liter Öl zu erhalten.

Gerüche können berauschen, ja, sogar manipulieren. Aber welcher Duft einem Menschen zusagt, ist weitgehend Geschmacksache. Einen Duft, der jedem zusagt, gibt es wohl nur in Patrick Süskinds Roman „Das Parfum“. Doch hier wird dem Parfumeur Grenouille seine Kreation des „perfekten“ Parfums zum Verhängnis. Dass Parfum wirkt ist jedenfalls unumstritten. Darum weiß jeder Parfumeur sehr genau, wann – und zu welcher Jahreszeit – ein bestimmter Duft auf den Markt kommen soll.

Wird es draußen dunkler und kälter, wächst der Appetit auf Frisches wie Limette und Mandarine. Fruchtige Düfte vermitteln einen Eindruck von Vitalität und Lebensfreude. Vor allem Zitrusnoten gelten als wahre Gute-Laune-Düfte. Warme und sinnliche Noten wie Moschus und Vanille hingegen erinnern an Schwere und Süße. Ein hoher Anteil Duftöl zeugt für die gute Qualität eines Parfums: der volle Duft hält viel länger an und die Haltbarkeit wird ebenfalls erhöht. Je größer der Alkoholanteil, umso rascher verfliegt der Duft.

Wer denkt, dass wir als Konsumenten gefeit sind vor duftenden Manipulationen, der möge sich vor Augen führen (oder vor die Nase), dass selbst Waschmittel, Toilettenpapier und andere Haushaltsprodukte parfumiert sind, um den Kaufreiz zu erhöhen. Denn wohlriechende Reinigungsmittel sind uns meist lieber als solche, die gar nicht oder gar unangenehm riechen. Reinigungsmittel mit Zitronenduft sollen uns sogar zum Putzen animieren, wird behauptet. Auf jeden Fall riechen sie gut und machen das Putzen zumindest für die Nase zu einem kleinen Vergnügen.

Link To This Page
1. Click inside the codebox
2. Right-Click then Copy
3. Paste the HTML code into your webpage
codebox
 
Categories: Wellness & Beauty Tags: gelesen: 1964 · heute: 2 · zuletzt: 23. April 2014
Kommentare sind geschlossen